Zum Inhalt springen

Bienen UND Bauern retten

Der Naturschutzbund ist Partner dieser Initiative und ruft auf: Unterstützen Sie das Bündnis zur Rettung der Artenvielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft. Wer „Bienen und Bauern retten!“ möchte, unterschreibt auf www.naturschutzbund.at

Bildinfo: Totholz-Blattschneiderbiene © Wolfgang Schruf

Bildinfo: Totholz-Blattschneiderbiene © Wolfgang Schruf

Bienen und Bauern retten

Angesichts der dramatischen Entwicklungen rund um das globale Artensterben, dem Verlust der Insektenvielfalt und damit einhergehend der Bedrohung auch für uns Menschen braucht es eine Kehrtwende im Umgang mit Landschaft und Landbewirtschaftung. Eine Europäische Bürgerinitiative hat sich dem Ziel einer artenreichen, bunten und summenden Landschaft verschrieben. Der Naturschutzbund ist Partner dieser Initiative und ruft auf: Unterstützen Sie das Bündnis zur Rettung der Artenvielfalt und der bäuerlichen Landwirtschaft. Wer „Bienen und Bauern retten!“ möchte, unterschreibt auf www.naturschutzbund.at

Um die Bienen und die Gesundheit der Menschen zu schützen, fordert die Europäische Bürgerinitiative die EU-Kommission auf, den Einsatz synthetischer Pestizide schrittweise zu beenden UND die Bauern bei der Umstellung zu unterstützen. Denn auch der traditionellen Landwirtschaft geht es schlecht. Allein in Österreich sind es laut Agraratlas täglich sieben Bauernhöfe, die jeden Tag ihre Hoftür für immer schließen.

Das große Ziel der Bürgerbewegung ist eine andere Form der Landwirtschaft - eine bessere und vor allem bäuerliche, eine, die in der Region für die Region Lebensmittel produziert. Das geht nur mit einer reformierten europäischen Landwirtschaftspolitik, die eine kleinteilige, vielfältige und nachhaltige Bewirtschaftung fördert. Dazu braucht es einen schnellen Ausbau des ökologischen Landbaus, eine unabhängige Weiterbildung von und durch Landwirte sowie Forschung zu pestizid- und gentechnikfreiem Anbau.

Wie dringend es einen Systemwandel braucht, um den weltweiten Zusammenbruch der Artenvielfalt zu stoppen, zeigen die erschreckenden Ergebnisse aktueller „Naturinventuren“: Ein Viertel der Wildtiere Europas ist vom Aussterben bedroht, der Bestand der Feldvögel hat sich in den vergangenen Jahrzehnten halbiert, die Hälfte unserer Naturgebiete befindet sich in einem kritischen Zustand, viele Bienenarten und andere bestäubende Insekten drohen auszusterben.

„Genau jetzt, während die EU-Institutionen über die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 verhandeln, ist es wichtig, der Umwelt eine Stimme zu geben. Erheben Sie sich mit uns für eine ökologische Landwirtschaft, die die regionale Versorgung mit gesunden Lebensmitteln gewährleistet und den Schutz von Klima und Artenvielfalt fördert“, appelliert Naturschutzbund-Präsident Roman Türk. „Insgesamt ist ein Jahr Zeit, um mindestens eine Million Unterschriften für eine bienenfreundliche, pestizidfreie Landwirtschaft und eine gesunde Umwelt in Europa zu sammeln. „Wenn uns das gelingt, bekommen wir eine Anhörung im Europäischen Parlament und bei der EU-Kommission sowie eine ausführliche Antwort auf unsere Forderungen“, so Türk weiter.

FACTS:

• Hier kann man unterschreiben: naturschutzbund.at/bienen-bauern-retten.html

• Mehr als 90 Organisationen haben die europaweite Bürgerinitiative "Bienen und Bauern retten" für eine bienenfreundliche Landwirtschaft und eine gesunde Umwelt gestartet. In Österreich haben sich neben dem Naturschutzbund bislang auch GLOBAL 2000, die Österreichische Berg- und KleinbäuerInnen-Vereinigung, die Biene Österreich, der Österreichische Erwerbsimkerbund und die ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt (AEGU) der Initiative angeschlossen.

•  Die EU-Kommission wird aufgerufen, die Bäuerinnen und Bauern beim Umstieg auf eine gesündere und umweltfreundlichere Produktionsweise zu unterstützen, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel bis 2030 um 80 Prozent zu senken und bis 2035 komplett auslaufen zu lassen.

• Wenn eine Million Unterschriften in Europa gesammelt werden, müssen sich die Europäische Kommission und das Europaparlament damit beschäftigen und prüfen, die Anliegen der Initiative gesetzlich zu verankern.